SPROSSEN, 2024, HALLELUJART, STEINHAUSEN, CH
Holzäste, Axt, Lötkolben, Hammer
Das Projekt „SPROSSEN“ lädt Besucher:innen ein, Gebete, Wünsche und Segnungen nicht in den Himmel zu schicken, sondern sie tief in die Erde einzuschlagen. Mit einem Lötkolben gestalten die Teilnehmenden ihre Botschaften auf vorgefertigten Holzpfählen – bewusst und materiell. Anschließend wird der Pfahl mit einem Schlaghammer an einem gewählten Ort in Steinhausen in den Boden getrieben. Im Gegensatz zur Leichtigkeit eines Himmelsgebets erfordert diese Geste körperliche Anstrengung: Das Holz muss fest verankert werden, bis es sicher Teil des Erdreichs ist. Einheimisches Holz benötigt 15-20 Jahre, um zu verrotten. Währenddessen wird es von Käfern, Pilzen und Bakterien zersetzt und kann sogar fossilisieren. Verrottetes Holz wird zu Humus, dem Nährboden für neues Leben. Mit „SPROSSEN“ wird der Akt des Gebets greifbar und schwer – ein symbolischer und physischer Prozess, bei dem die Segnungen buchstäblich Wurzeln schlagen. Es entsteht eine bewusste Verbindung zwischen Mensch, Natur und Kreislauf, die zeigt: Jede Handlung hinterlässt Spuren und schafft Raum für neues Wachstum.
Fotos: ©Annina Gerber




